Die Jahre 1947 – 1965
Ein Neubeginn. Magar erhält von den Besatzungsmächten eine Zuzugsgenehmigung für Bad Godesberg und findet dort in der Ludwigstraße ein möbliertes Zimmer, in dem er wohnt und arbeitet. Mit einigen in Bonn und Umgebung lebenden Kollegen gründet er den Bonner Künstlerbund. 1948 lernt er Elsbeth Ließem, deren Mann im Krieg gefallen ist, und ihre Tochter Dorothea kennen.




1948
Zwei Zeichnungen ohne Titel
„Die Hochmütigen“
1949 trifft Magar Elisabeth Erdmann-Macke, die Witwe des Malers August Macke. Aus der Begegnung entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Im selben Jahr beginnt auch die Freundschaft mit Adda Campendonk.

1975
Elisabeth Erdmann-Macke
und Adda Campendonk
mit Magar

1949
Kein Titel

1949
„In Griechenland“

1949
„An der Straße“

1949
„Vor der Kirche“

1949
„Selbstbildnis“

1949
„Elsbeth“

1949
„Gespann“

1949
Kein Titel

1950
„Werktag“

1950
„Zwei blau-grüne Akte“

1950
Kein Titel

1950
„Badende“

1951
„Eisenbahn“

1953
„An der Brücke“
1953 schließt Magar Bekanntschaft mit Hanna Bekker vom Rath, die 1947 das Frankfurter Kunstkabinett für Deutsche Gegenwartskunst gegründet hatte. Es entwickeln sich Kontakte und Freundschaften mit Josef Faßbender, Carlo Mense, Hann Trier, Walter Schoneweg, Ilsetraud Glock, Jupp Heinz, Ernemann Sander, Helene Moch, Magda Auer, Friedrich Vordemberge, August Hoff, Willi Maria Stucke, Herm Dienz, Leo Breuer, Carl van Ackeren, Franz M. Jansen, Dirk Otto, Hermann Berges, Hubert Berke.
In der Kirche St. Remigius in Pronsfeld bei Prüm entsteht auf einer Vierungswand die Wandmalerei „Gesetzgebung auf Sinai“. 1954 unternimmt Paul Magar mit Elsbeth eine Studienreise nach Rom, Sizilien und Stromboli – die erste Auslandsreise nach dem Krieg. Während dieser Reise entstehen viele Zeichnungen und Skizzen. Nach seiner Rückkehr malt Magar die ersten südlichen Landschaften. Bis ans Ende seines Lebens bleibt der Skizzenblock ein ständiger Begleiter. Bis heute sind die vielen Skizzenblöcke und -mappen erhalten.

1954
Romreise



Drei undatierte Zeichnungen
„Pestum“
„Griechisches Theater
in Taormina mit Ätna“
„Palermo Ita. Maria dell Miraglio
in San Cabaldo“


Zwei undatierte Aquarelle
„Verlassene Gehöfte auf Stromboli“
„Enna Piazza Napoleoni Colajanni, Sizilien“
Wolfgang Macke, Sohn von August Macke, erwirbt später (1958) das Bild „Stromboli“ aus dieser Zeit. Magar bezieht sein neues Atelier in der Plitttersdorfer Straße in Bad Godesberg, in dem er bis an sein Lebensende arbeitet. Er begegnet dem Bonner Museumsdirektor Walter Holzhausen, mit dem ihn später eine enge Freundschaft verbindet und den er porträtiert.

1967
„Museumsdirektor“
1955 – 1956 ist Magar an der Ausstellung „Deutsche Gegenwartskunst“ beteiligt, die in Südamerika, Südafrika und Indien gezeigt wird. 1957 – 1958 nimmt er an der Ausstellung „Contemporary German Art“ teil, die in São Paulo, Bahia, Santiago de Chile und in nordamerikanischen Städten zu sehen ist.

1957
Magar im Atelier

1954
„Badende“

1954
„Am See“

1956
„Schwestern“

1956
„Bahnschranke“

1956
„Lokomotive“

1956
„An der Eisenbahnbrücke“

1956
„Weihnachten am Bahndamm“

1957
„Gasometer“

1957
„Domfreihof“

1958
„Bagger“

1958
„Eisenbahn“

1958
„Menschen im Hofgarten“

1959
„Bahnsteig“
Paul Magar und Elsbeth heiraten. Später nimmt er Dorothea als seine Tochter an. 1960 entsteht das Mosaik am Verkehrspavillon in Bad Godesberg, und die Arbeit an dem großen Wandbild „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ hinter dem Altar der Kirche St. Bernhard in Bonn-Auerberg wird beendet.


1958
„Entwurf St. Bernhard“
1960
Wandbild St. Bernhard
Foto: Michael Haacke

1960
Mosaik Verkehrspavillon
Foto: Michael Haacke
Magars Vater erkrankt und stirbt im November. Der Tod des Vaters ist für Magar ein großer Verlust. Er malt die Bilder „Der kranke Vater“ und „Trauerzug“.

1960
„Der kranke Vater“

1961
„Trauerzug“

1960
„Bootssteg“

1960
„Halbinsel“


Zwei undatierte Zeichnungen
ohne Titel
1961 fährt Paul Magar mit Elsbeth nach Italien: Rom und Ravenna. Es folgt eine Reise nach Frankreich mit Aufenthalten in Paris und Marseille. In Paris werden Elsbeth und Paul Magar von Sonia Delaunay eingeladen. Aus dieser Begegnung entsteht ein intensiver Briefwechsel und eine lange Freundschaft, die erst mit dem Tod von Sonia Delaunay endet.
Im April 1962 stirbt Magars zweite Mutter Maria, die er sehr verehrte. Während eines Aufenthalts in Belgien entstehen viele Skizzen und Zeichnungen. Eine große Ausstellung von Paul Delvaux beeindruckt ihn sehr, und in der Reihe der Modernen begeistern ihn auch in dieser Zeit unter anderem die Arbeiten von Robert Delaunay, Jaques Villon und Richard Lindner.

1962
„Kathedrale“

1962
„Badende“

1962
„Rotes Auto“

1962
„Segnung“

1962
„Strasse“

1963
„Totentanz“
(in Privatbesitz)
Eine weitere Reise nach Italien unternimmt Magar 1963, besucht wieder die „Mosaikwunder“ in Ravenna und entdeckt erneut die Städte Florenz, Siena und Rom. Nach seiner Rückkehr entstehen Aquarelle und Ölbilder, lichtdurchflutete Architekturen und Landschaften.

1963
Ohne Titel

1964
„Marmordom“

1964
„Erfüllung“

1964
„Villa Medici“

1964
„Atelierfenster“
Magar und Elsbeth lernen den Kunsthistoriker Heinrich Lützeler und seine Frau Marga kennen. Für das Kurfürstenbad in Bad Godesberg entsteht 1964 Magars großes Mosaik „Heiterer Tag am Wasser“, das er von der Glasmalerei Dr. H. Oidtmann in Linnich ausführen lässt.

1964
„Heiterer Tag am Wasser“
Mosaik Kürfürstenbad
Bad Godesberg